Schönheit und Kälte

Schönheit und Kälte

Mit dem Frühling gelangte eine Kaltfront in das Österreichische Gesundheitsministerium. Nach einem sehr kalten Jahresbeginn wurden bis Ende März 72 Masernfälle gemeldet. In der kalten Jahreszeit sind Masern naturgemäß häufiger; es ist ja eine Erkältungskrankheit mit den Symptomen Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen, Mittelohrentzündung, Husten und Halsschmerzen. Nur bei ganz bestimmten Kindern kommen die typischen maserartigen Hautauschläge dazu.
Seit die strenge Kälte gewichen ist, gab es im Monat März nur mehr 4 Masernfälle in ganz Österreich. Bei uns sind die Masern, nicht wie in den armen Ländern, in den allermeisten Fällen eine Angelegenheit von knapp einer Woche. Die oft zitierte Komplikation Lungenentzündung ist sehr selten. Die Impfbetreiber erwähnen regelmäßig die Gehirnentzündung durch Masern; sie ist bei uns ungewöhnlich selten. Sie tritt nur bei sehr kränklichen Menschen auf. In solchen vereinzelten Fällen ist natürlich zu prüfen, um welche Menschen es sich da handelt und wie diese behandelt werden. Zu Gehirnentzündungen kommt es auch bei anderen fieberhaften Krankheiten und nicht nur bei Masern. Es handelt sich also um keine masernspezifische Komplikation.
In den Medien wurden die Zahl und die Gefahr der Masern weit übertrieben dargestellt. Nicht wenige Menschen gerieten deswegen im Panik.
Die Impfbetreiber sahen ihre Stunde gekommen. Es dauerte nur kurze Zeit und in den Schulen mussten die Lehrpersonen Handzettel und Flyer an die Schüler verteilen, welche auch die Eltern lesen mussten.
Professionelle Werbefachleute fanden die passenden Sprüche.

„Eure Kinder haben wir am liebsten“

Ob die sieben Geislein den bösen Wolf wohl an seinen Worten erkennen?

„Masern sind kein Kinderspiel“

Bis zum Jahr 2002 waren die Masern in Österreich nicht einmal meldepflichtig. Sie galten bei den erfahrenen Ärzten in der Praxis als eine ganz normale Kinderkrankheit. Seit die Impfquoten ständig sinken, werden sie unerklärlicherweise immer gefährlicher und hoch ansteckend. Sie sind so hoch ansteckend, dass in einigen Bundesländern keine oder nur 1 bis 2 Fälle pro Jahr gemeldet wurden. Warnstufe Sieben der WHO, anlässlich der völlig harmlosen Schweinegrippe 2009, lässt grüßen.

„Warum sie sich und Ihre Kinder schützen sollen“

Acht Millionen Menschen in Österreich können sich jetzt mit einer Impfung wahrscheinlich gegen Masern schützen, an der in den letzten 15 Jahren im Schnitt weniger als 100 Personen pro Jahr vorübergehend erkrankt sind.

„Mit der Gratisimpfung“

Noch dazu gratis. Da muss man ja zugreifen!
Sollten diese billigen Werbeslogans nicht überzeugen, dann, ja dann muss ein strengerer Ton angeschlagen werden.

Aus einem mit roten Punkten bestickten Informationsblatt erfahren die Eltern, dass 1-2 Personen von 1000 Erkrankten eine lebensbedrohliche Gehirnentzündung erleiden. Diese Zahlen stammen wohl aus armen Ländern, stimmen aber nicht für Österreich. Es wird aber noch gehörig nachgelegt: Als Spätfolge gäbe es auch noch SSPE, eine chronische Entzündung des Gehirns, die immer tödlich endet. Ein Virologe vermutete vor Jahren ohne sicheren Beweis, dass SSPE auf Masern zurückzuführen sei. – Es wird hier gleich zweimal mit einer Erkrankung des Gehirns und auch mit dem Tod gedroht.
Diesen Text lesen auch die Kinder und sie kommen von der Schule mit der Angst sterben zu müssen nach Hause.

Im schönen Frühling erschien eine strenge Kältewelle. Wir hoffen auf einen herzenswarmen Sommer.

Dr. Johann Loibner
07.04.2017

Über den Autor:

Der Allgemeinmediziner Dr. med Johann Loibner plädiert für eine bessere Aufklärung von Patienten und Ärzten über die Risiken von Impfungen. Er behandelte seine Patienten vorwiegend mit Homöopathie, Kneipp und dem ärztlichen Gespräch. Jetzt ist er im Ruhestand.Er ist verheiratet und hat vier Kinder.
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